Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XIX
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daß der Flüchtling von Noyon der Civilisation, der Kunst und derFreiheit gefährlich war.

Indessen müssen wir gestehen, daß wir die Wahrheit nicht völligauSsprachen: dieß geschah aber nicht ans Mangel an Muth. Männer vonlebendigem Glauben und tiefer Einsicht, wie Herr von Bonalv undAndere, haben uns getadelt, daß wir in unserer Geschichte Luther's, aneinigen Stellen die Blößen zu sehr ausgedeckt haben. Wir glaubtennoch in Deutschland zu sein, dem Lande der freien Rede: wir hattenUnrecht. Man soll uns hier diesen Vorwurf nicht mehr machen; cswar nöthig, daß wir uns keuscher zeigten, als der Reformator. Wennseine Sprache zu frei sein sollte, wollen wir ibn in lateinischerSprache reden lassen. Wir werden den Tert nicht entstellen, Calvinhat sich selbst übersetzt.

Die Kritik hat sich uns bei Beurtheilung unseres ersten Werkesso wohlwollend gezeigt, daß wir ihr nicht genng danken können. DieseArbeit ist die Fortsetzung der früheren, möge sie mit gleicher Nachsichtausgenommen werden. Als wir die Biographie des sächsischen Mönchsverfaßten, sammelten wir auch die Materialien zur Geschichte Calvln's.Es ist keine bedeutende literarische Sammlung in Deutschland undFrankreich, die wir nicht benützten. Gotha, Bern und Genf liefertenuns eine große Anzahl von Briefen des Reformators, die zum Theilin dem Werke von Paul Henry abgedruckt sind. Zum erstenmale las-sen wir den vollständigen Brief Calvin's an Farel (1546) drucken,welcher den Servetus betrifft und so lange vermißt wurde, bis wirihn unter den Manuskripten der königlichen Bibliotheke zu Parisfanden. Von Lyon und Dijon erhielten wir einige Schmähschriften inVersen und in Prosa, aus dem 16. Jahrhundert; von Maynz undCöln einige deutsche Pamphlete über dogmatische Disputationen derReformirten und Protestanten; von Basel, Berlin und Darmstadt inZeitungen und wissenschastl-chen Journalen viele neue Thatsachen. Ausden Werken von Schröckh, Plank und Müller schöpften wir genaueSchilderungen von Männern und Begebenheiten.

Bewunderung und Vorliebe für den Katholicismus, das Prinzip