Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XVIII
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XVIII

Von dem Rathe, dem Tempel und der Straße hinweg folgen wirCalvin in seine Wohnung nach Straßburg und Genf; wir suchen denMenschen im häuslichen Leben kennen zu lernen und werden sehen, ober Beza's Lob verdient. Farel und Beza sind die einzigen Freunde,welche ihm treu bleiben; alle andern werden sich entfernen, sei es, daßsie freiwillig, oder als Märtyrer ihrer Ansichten auswandern, umdem gallsüchtigen Despoten zu entfliehen, der Jedem sein Jochaufladen und Alles niederwcrfen will, was ihm naht, Alles be-schimpfen, was ihm wiversteht, Menschen und Meinungen. Diesen ab-soluten Apostel seines Jch'S wollen wir dann fragen, was er aus Ochinound Gentilis gemacht habe?

Eine herrliche Aufgabe hat der Geschichtschreiber Calvin's!was liegt ihm daran, ob der Leser ihm mit Vorurtheilen oder bös-willigen Absichten entgegen kommt? Der Geschichtschreiber hat nichtnöthig, zu sagen: das ist eine treue Erzählung; der Gerichtsschreiberlügt nicht, wir schreiben nach seinen Angaben.

Calvin in allen Zuständen seines Lebens, Calvin als Jünglingauf der Hochschule in Paris; Calvin in Genf mit Farel und From-mcnt, währenv der Keim der Reformation aufgeht und reift; Calvinin der Verbannung, wie er sich in Straßburg in die religiösen Streitig-keiten der Reichsversammlungen'zu WormS, Frankfurt und Regens-burg mengt; Calvin bei seiner Rückkehr aus der Verbannung, alsTheokrat, Theologe, Gesetzgeber, in all seinen Kämpfen mit den Ver-fechtern des freien Willens: mit Bolsec, Castalion, Gentilis, Servetusund den schwärmerischen Anhängern der Nationalsreiheiten: Ameaur,Petrus Ami, Franz Faber, Berthelier; Calvin endlich im Streite mitder Autorität, weiche durch Paul III., die Sorbonne und den Clerusvon Lyon repräsentirt wird: das ist Alles Gegenstand unseresWerkes.

In der Geschichte Luther's hatten wir den Plan, das Andenkenan die Männer zu erneuern, welche sich der Vertheidtigung der Auto-rität widmeten. In der Biographie Calvin's wollten wir beweisen,