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thon an der Universität von Wittemberg, Oekolampadius am Fuße desHauenstein, Bucer in Straßburg, der Bruder Martin in Marburg,verkündete eine andere Lehre, als diejenige, welche wir in der Kirchevon St. Petrus in Genf hören werden. Indem wir Alles in unsereAufgabe als Geschichtsschreiber einschließen, können wir uns in unsererLebensbeschreibung Calvin's nicht enthalten, die Armseligkeit der mensch-lichen Vernunft zu schildern, welche allein, verlassen, und so oft sie sichvon dem erhabenen Principe der Autorität, der Einheit oder derWahrheit trennt, kraftlos bleibt. Wenn unsere Ausgabe hier leichter ist,als in dem Leben Lnther's, wie viel überraschender wird unser Wortsein, wenn wir, nicht mehr wie in unserem ersten Werke, die Refor-mation und den Katholizismus einander gegenüber stellen, sondern zweiPrincipien, welche eine und dieselbe Mutter und einen gemeinschaftlichenUrsprung haben! In Verrieres bei Pontarlier ist eine Wohnung, derenDoppeldach das Regenwasser in zwei Rinnen scheidet, von denen einedasselbe in den Ocean, die andere in das Mittelmeer leitet. Dieß istein Bild der reformirten Lehre, welche sich in zwei verschiedenen Flüs-sen ergießt, während unsere Glaubenslehre nur eine Quelle und einBehältniß hat.
Calvin wollte darin Luther gleichen, daß er auch auf Ruinen baute.Bei diesem Werke der Wiedererbauung erwarten wir ihn, und wollenseine unfruchtbaren Versuche schildern, eine Liturgie zu schaffen, unterwelcher Seele und Leib zugleich leiden muß. Wir werden Calvinistenauffordern, die Formen zu beurtheilen, deren Unfruchtbarkeit sieschmerzlich berührt: ihr werdet ihre Klagen hören, wie die unfernund sollt dann selbst entscheiden, ob diese abgefallene Seele die Poesieunseres CultuS besser verstand, als die Wahrheit unseres Evangeliums.
Paul Henry sagte neulich, die Gesetze Calvins seien nicht nur mitBlut, sondern auch mit Feuer geschrieben, und dieser Geschichtschreiberist ein schwärmerischer Bewunderer des Genfers. Wir werden diesenGesetzgeber kennen lernen : wir wollen diese Verordnungen prüfen, vondenen man glauben könnte, sie wären von einem Decius oder Valensgegeben, halb lächerlich, halb barbarisch; nach denen es eine Gottes«lästerung ist, wenn man von „Meister Calvin" llebles sagt; die bei Ge-