Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XIII
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und Blut genug bezeichnet-, um dem Schauspiele, in dem er auftratInteresse zu geben. Im letzten Acte, wenn der Vorhang fällt, er-scheint der Spieler, welcher Theologe geblieben ist, in einer andernScene, in einem erbärmlichen Wirthshause, wo er die letzten Ueber-bleibsel einer zerrütteten Imagination ergießt. Wenn er stirbt, wirddas protestantische Deutschland mit jedem Tag einen neuen Theil sei-ner Nationalität verlieren, einen Zug ihrer ursprünglichen Imagina-tion, ein Band, welches sie an ihre geschichtliche und geistige Ver-gangenheit anknüpfte, während sie jetzt von der Hand der weltlichenGewalt an das Werk des Reformators angeschmiedet ist.

Die aufgeklärteren Protestanten verweigern dem Calvin den Ti-tel eines Demagogen, den sie nur Christus und dem Luther geben.Tzschirner betrachtet Jesus als Luther l., und den Johannes von No-pon nur als einen Usurpator, welcher das Volk gebrauchte, um sichzu krönen.

Das psychologische Leben Calvin's beginnt, wo Luther's endet,wenn nämlich die Reform lebt und sich bewegt; weil Calvin wieHeinrich VIII. die protestantische Idee auffaßte, um sich zum Herrnder Kirche und des Staates zu machen. Es ist also eine zweifacheIndividualität in ihm.

Als Sectirer steht sein Einfluß weit unter jenem Luther's, derdas Princip des Fatalismus unter dem Namen derfreien Forschung"wieder aufweckte, dann die Erleuchtung durch die Bibel, die Recht-fertigung durch den Glauben ohne Werke, und den gebundenen Willen;alte Jrrthümer, die er mit seiner pittoresken Rede wieder auffrischte.Calvin war genöthigt, die sächsische Symbolik theilweise in die seineaufzunehmen: was in dem Bekenntnisse, das seinen Namen trägt,ihm eigen angehört, ist ein Zwitter-System in Betreff des Abendmahls,

1)Und den (Christus) wir, nach Herrn Dr. Tzschirners Ansicht eigentlich Lutherden Ersten nennen müßten." - Bemerkungen eines Protestanten in Preußenüber die Tzschirnerschen Anfeindungen re. 1824, S. 52.

Man vergleiche: Höninghans : Das Resultat meiner Wanderungen. Aschaf-fenbiirg, 1835, 8. S. 349