bedenken, daß Calvin das mächtigste Hinderniß war, das dem Ueber-tritt der Stadt entgegenstand. Eine Aussöhnung war immer schwer zuStande zu bringen. Der Sieger würde dem Besiegten schwer denMaub zurückzustellen vermocht haben, den er ihm gestohlen hatte. Wirwerden sehen, wie sich die Reformation in der Schweiz benahm, umjede Rückkehr zur Ordnung unmöglich zu machen: sie heftete die Aus-schreibungen des Verkaufs der Kloster- und Kirchengüter an die Mauernder Stadt; und die Käufer kamen sehr zahlreich, denn der Magistrat HatCden Auftrag, sie um jeden Preis hinzugeben. Die Priorey von Di-vosne, im Gebiete von Lausanne wurde an den Herrn des Ortes für1000 Thaler verkauft; jene von Perroy an Herrn Senarchans für1125 Franc, und die Güter von Villars-le-Moine und Calvelayre,bei Morat, an Herrn Schultheiß Johann Jakob de Watteville für7000 Franc?)
„Die Fürsten reißen die Einkünfte der Klöster und Kirchengüteran sich, und geben kaum was Weniges zu den Bedürfnissen der Kir-chen und Schulen," sagte Melanchthon. Sie gaben zu, daß man diePriesterehen abschaffte; aber sie wollten nichts von der Zurückgabe derGüter hören, die sie dem Clerus gestohlen, oder die ihnen Luther über-lassen hatte.
Das fremde Gut war für sie ein Familiengut geworden; undArnold sagt: „Die Großen ließen sich guten Theils durch die Kirchen-güter bewegen."
Luther fand bei seiner Ankunft nur unvollkommene Keime desAufruhrs vor. Es war sein Beruf, sie zu befruchten, und Gott ließes zum Unglück für die Menschheit zu, daß er es vermochte. Bei derAnkunft Calvin's war die Trennung Genfs von der Kirche schon vol-lendet. Luther weckt eine ganz geistige Idee, er ist der Apostelder Vernunft, aber der gefallenen Vernunft, gegen den Glaubenund die Autorität. Sein Leben ist das eines Theologen, wel-cher seinen Weg mit Lärm, Gerede, Dichtung, Bildern, Ruinen,
1) Haller, llisloire <lv la rel'urme t>ruleslaulv «laus la Luisse.