Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
VIII
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sie wollten fischen in den Teichen und jagen in den Wäldern ihrerHerrn, kraft des Rechtes, welches Luther den Churfürsten zugestandenhatte, indem er ihnen sagte, sie sollen ihre Pferde weiden lassen aufden Grundstücken der Klöster, sollen aus den Kelchen der Ab-teien trinken und ihre Klciver mit den Edelsteinen der Bischöfeschmücken.

Vater", sagten die Bauern zu ihm,wir haben die Bibel gelesen.Es steht in der heiligen Schrift geschrieben, Gott lasse seine Sonne leuch-ten über alle Menschen. Lehnen sich die Fürsten nicht gegen Gott auf,wenn sie uns diesen schönen Stern beinahe nie sehen lassen, da wirBergleute in die Tiefen der Erde vergraben und genöthigt sind, alleTage zu arbeiten, um Lanzen zu schmieden für unsere Herrn, Eisenfür ihre Pferde, Halsbänder für ihre Hunde! Sie lassen sich von unsdie Lust bezahlen, die wir einathmen, und sogar das Licht, dessen wirberaubt sind; der Zehnte von unfern Heerden und unfern Felderngehört ihnen. Vater, diesen Churfürsten, die schon so reich sind, hast duBischofsstäbe, Mitren, goldne Monstranze, Wein aus den Kloster-kellern, Kirchenschmuck, geweihte, ganz mit Edelsteinen besetzteGefäße, Abteien, Klöster und Stifter gegeben : wir verlangen nur,im Winter ein wenig Holz zu hauen in den Wäldern, um uns zuwärmen; im Sommer einige Aehren zu sammeln von den Feldern un-serer Herrn; im Herbste einige Weinbeere in ihren Weinbergen fürunsere neugeborenen Kinder, und in der Woche einmal ein wenig Grasvon ihren Wiesen für unsere Schafe. Wenn wir wie sie Kinder Gottes,Söhne Adams, und aus demselben Lehm geschaffen sind, warum sindunsere Rechte so verschieden? Das liegt nicht in der Anordnungder Vorsehung. Das Buch, welches du uns zu lesen empfohlen hast,sagt es uns. Wir übergeben dir unsere Klagen, stelle sie unfern Für-sten vor Augen. Wenn sie uns nicht Gerechtigkeit widerfahren lassenwollen, so wissen wir, daß uns Gott Arme gegeben hat, einen Ambos,

I) Luther gab den Fürsten die Stifter, Klöster und Abteien ; den Priestern gaber die Weiber; dein gemeinen Manne die Freiheit, und das that viel zurSache. Pred. Gasp. Brochmand In exainine poliiic». l'.ont.p. 163.