7«0
Wenn einer doch vergieng, cm dem mir nichts des neuenErfreulichen geschehn, du muß mich altes freuen.
83 .
Der Schlechte, wenn er fühlt sein Unrecht, wird dich hassen.Der Edle dich dafür zwiefach mit Lieb' umfassen.
Betäuben durch den Haß will jener sein Gefühl,
Doch diesem beut die Lieb' ein sanftres Rnhepfühl.
86 .
Noch immer fand ich, wann ich gicng auf neuen Wegen,Daß mir die Forderung von selber kam entgegen,
Ein Fingerzeig, den mir am Orte, wo es noth,
Ein Fremder ungesucht und unerwartet bot.
87 .
Mein Sohn, wenn du in dir hast anfgebant ein Wissen,
Sei fein von Zeit zu Zeit der Nachhülf' auch beflissen.
Mit wenig Aufwand hältst du's leicht in gutem Stande;Wenn's erst baufällig ward, ist's großer Schad' und Schande.
88 .
Auf hoher Alpe steht die Pflanze fest im Bodcm,
Und in die freie Luft haucht sie den Blütcnodcm.
Du sichst sie farbig blühn und duftig, doch das GrünDes Blätterwnchses muß erliegen dem Bcmiihn-
Die Pflanze gibt die Wucht der Blätter auf, und suchtDie Blüt' entgegen nur zu retten ihrer Frucht.