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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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21 .

Den Leipziger Freunden,d, 2i, Mai ISS7.

Wofür belohnt ihr mich? Was Hab' ich öffentlich,Besondres was gethan für dich, und dich, und dich?

Die Welt belohnt sonst nur die Dienste der Partei,

Die Dienste des Bedarfs, des Nutzens mancherlei.

Doch solches Dienstes frei und ledig ist das Schöne;Darum' verlang es nicht, daß ird'scherLohn es kröne.

Der stille Beifall soll, die Theilnahm' ihm genügen;Ihr aber wollt dazu ein glänzend Zeichen fügen.

Das was kein König thut, habt ihr zu thnn den Muth,Mit Ausdruck innern Werths zu stempeln änßrcs Gut.

Das ist ein höhrer Sinn, ein reicherer Gewinn,

Und stolz empfind' ich mich, wie schön belohnt ich bin.

Des Dichters Selbstgcfübl soll das zu Tbaten treiben,Um würdig, wie ihr ihn befunden babt, zu bleiben.

22 .

Ihr meine Nachbarn einst, nicht meine Nachbarn mehr,Aus eurer Nachbarschaft weht noch ein Duft mir her.

Ein Duft der Herzlichkeit, ein Duft der Lebenstreuc;Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Nene.

Wie sollt' ich Bündnisse im Alter neue schließen,

Da ich die Jugend sah in euerm Bund verfließen!

Zerflossen ist der Than in scharfer Morgenluft,

Und nur ans euerm Gau weht der Erinnrung Duft.