677
Ein denkendes Gefühl, ein innerlicher Sang,
Ist alles was ich bin, was mir zu sein gelang.
Und so, was an mir ist, send' ich znm Gruß dir nieder,Das Echo meiner Brust, den Spiegel meiner Lieder.
18 .
Der Freund ist immerfort vor meiner Seele Augen,Wenn die des Leibes ihn nicht zu ergreifen taugen.
Er blickt von dort mich an, wo auf die Sonne geht,Und blickt noch einmal her, wo sie im Sinken steht.
So wie sie blicket hier, hat Abschied er genommen;Und wie sie blicket dort, so wird er wieder kommen.
19 .
Ich möchte wissen, wo der Freund zur Stunde weilt.
Nach welchem in die Welt hinaus mein Denken eilt.
Dem unstät schweifenden hat's unstät nachznschwcifen,
Und weiß die Stätte nicht, wo es ihn soll ergreifen.
Wenn auf der Länderkart' ich sähe nur den Ort:
Da ist er, spräch' ich, jetzt! und wär' im Geiste dort.
20 .
Den 16. Mai 1837.
Die Freunde haben mir den Becher übersendet,
Der, außen Silberschmnck und innen Gold, mich blendet.
Er ist nur viel zu groß, ich kann daraus nicht trinken,
Die Arme würden mir mit dem gefüllten sinken.
Es ist ein schöner Schein, darum ward er gegebenZnm Lohn der Poesie, die auch nicht ist sür'S Leben.