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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Was Gottes Kunst gemacht, erscheint nach vorgenommnerZergliederung, wenn auch nicht schöner, doch vollkommner.

Nicht schöner, weil sich nur ans unfern Sinn beziehtDie Schönheit, und zugleich mit dessen Tänschnng flicht, ,

Vollkommncr aber, weil der Geist viel mehr darinnEntdecket, als vermag zu fassen Menschensinn,

24 ,

Jemehr die Liebe gibt, jcmehr empfängt sie wieder;Darum versiegen nie des echten Dichters Lieder,

Wie sich der Erdschoß nie erschöpft an Lust und Glück;Denn alles was er gibt, fließt auch in ihn zurück.

23 ,

Was deine Seele denkt, was dein Gcmüth empfindet,Wenn nnn das rechte Wort dazu die Sprache findet;

Wie schwankend ist das Wort, wie schillerig vieldeutig,Und eben dadurch auch wie reich und viclansbcntig!

Das allereinfachste, in welchem nur Ein SinnLiegen zu können scheint, vielfachster liegt darinn.

Das merkest du zumeist, wenn du dir zum ErgehenIn deine Sprache willst ans fremder übersetzen.

Da spürst du erst des Meers Untief' und Klipp' und Riff,Worüber leichthin sonst geht dein Gedankcnschiff,

Ja alles findest du, die Qual ist höchst ergetzlich,

Jemehr du es verstehst, jcnünder übersctzlich.