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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Rasch drängt das Trauerspiel dich Vorwerts wie die Zeit;Den Augenblick nur macht das Lied zur Ewigkeit.

21 .

Dann ist, o Dichter, dir wabrhaft die Form gelungen,Wenn so den Leser sie dnrchdringt, die dich durchdrungen,

Daß er, von ihrem Maß mit Lust gewiegt, vergißt,

Daß man auch ans der Welt den Vers noch anders mißt.

22 .

Wo soviel Blumen bliihn, wie jetzt auf unsrer Flur,Bleibt endlich der Gcsammtcindrnck von allen nur.

Zn schmücken ihren Platz mag jede sich bemiihn,

Doch keine wird so leichl die andern nicderbliihn.

Die sich besonders müht, daß sie Besondres bringe,

Wird leicht zur Misgeburt anstatt znm Wunderdinge.

Blaß werde nicht vor Gram, die übersehn sich sieht,

Noch jene roth vor Scham, die alle Welt vorzieht;

Noch gelb vor Neide, die sicht alle vorgezogen;Verschiednen Blumen ist vcrschicdner Sinn gewogen.

Die thnn alsob Gcmüth sic nur bei jenem fänden,

Sie liebten diesen auch, wenn sie den Geist verständen.

23 .

Was Menschenkunst geinacht, darf man zu nah nicht sehn.Nicht vorm Vergrößrnngsglas kann es die Probe stehn.

Des Malers schönstes Bild, des Dichters schönstes Wort,Zergliedr' es und zerlcg's, so ist der Zauber fort.