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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Und wuchs mit der Genuß, dem Hörer nicht allein,

Dem Dichter allermeist, der gern geplagt will sein.

Wer will nun jeder Zeit bestimmen gleiches Maß,

Da jede nach Bedarf ihr eignes stets besaß?

Der Künstler aber sei gelobt, der fühlt und wägt,

Was seine Zeit von Kunst bedarf und was verträgt;

Der ihr nichts bietet, was sie nicht verträgt, nichts weigert,Was sie bedarf, und nicht ihr falsch Bedürfnis steigert.

18 .

Ein Unglück ist es wol, daß sich auf lange nichtErhält in dir das hergcstellte Gleichgewicht.

Doch ist es schon ein Glück, daß es nur her sich stelltIn jedem Augenblick, wenn's auch nicht lange hält.

Wem dankst du dieses Glück? dem Hauch der Poesie;Das Unglück aber ist, daß nur ein Hauch ist sic.

1 ».

In meinem Innern ganz ist dis Gedicht vorhanden,Das in Bruchstücken nur ist äußerlich entstanden.

In jedem Bruchstück bricht ein Stückchen Glanz hervorAlswie vom Angesicht des Liebchens hinterm Flor.

Denk' dir das Ganze, wenn ein Liebender du bist!Noch schöner magst du dir es denken, als es ist.

20 .

Ich liebe mir ein Lied mehr als ein Trauerspiel;

Mich freut die Lust am Weg, und nicht die Eil' ans Ziel.