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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
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31 .

Wie Pflanzen ans der Erd', ohn' ihr was abznbrcchen,

So gehn Gedanken aus vom Geist, ohn' ihn zn schwächen.

Und wie der Erde Schoß stets neue Triebe treibt,

So auch der Geist in dir, der nie unthätig bleibt.

Wenn dn der Stunde dienst, beherrschest du die Zeit;

Wirk' auf den Augenblick! er wirkt in Ewigkeit.

Wo ist der Sonnstral hin, der über's Feld gcstrcifct?

Er hat am Erntekranz der Welt ein Blatt gereifet.

Und alle Rosen bliihn noch jetzt im ird'schcn StaubeAls Abglanz einer, die geblüht an Edens Laube.

32 .

Wie sich ein Greis besinnt ans seine Jugend wieder,

Auf seine Jugcndspicl', auf seine Jngendlieder:

So will sich diese Zeit der Weltgeschicht' entsinnen,

Und, als am Ende nun, den Anfang neu gewinnen;

Betrachtend, wie in sich ein abgcblnhter BaumVersunken winterlich, nachtränmt den Blütentranm.

Ist er erstorben? nein! und wird auch nicht ersterben,Wird Kraft durch Winterschlaf zu neuem Lenz erwerben.

33 .

Nicht auf die eigne, nur auf seines Schiffes NothUnd Wohlfart ist bedacht der wachsame Pilot.

Sich selbst vcrgissct er, nur seines Schiffes denkend,Das stets gefärdete durch Klipp' und Woge lenkend.