Der Spiegel dient, dir selbst die Flecken zu entdecken;Am Spiegel wische nicht, an dir wisch' ab die Flecken!
27 .
Es ist ein Doppelweg im Glauben und im Hoffen,
Dem Einzelnen ist der, und der dem Ganzen offen.
Dem Einzelnen kann nur Vollendung jenseit werden,
Doch wachsen soll das Heil des Ganzen hier ans Erden.
Und nicht der Einzelne soll nur allein sich schwingenDorthin, er soll auch hier die Menschheit weiter bringen.
Mein Sohn, alt ist der Wahn und allgemein verbreitet,
Daß diese Welt durch vier Weltaltcr abwcrts schreitet;
Daß in Verschlechterung sie immer tiefer sinkt,
Und rettungslos zuletzt den Kelch des Todes trinkt.
Die Ansicht von der Welt muß werden umgedreht,
Daß sie, auch nicht im Kreis, daß sie stets aufwerts geht:
Daß nicht gewaltsam sie zuletzt aus ihrem Kloben,
Vielmehr versöhnend ans der Zwiespalt wird gehoben;
Daß ihr, nach endlicher der Gegensatz' Ausgleichung,
Ein Reich des Friedens blüht, wie fern auch der Erreichung,
Wo mit erneutem Sinn die ganze BriidcrschaarLebt, wie im Anbeginn das erste Menschcnpaar.
Mein Sohn, sowenig als des eignen Heiles Glauben,
Laß diesen dir ans allgemeine Weltheil rauben.
28 .
Im goldncn Alter, da ein Paradies hienieden,
Und ew'ger Frühling war darin und ew'ger Frieden —