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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
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21 .

Der Weise ward befragt: Was wünschest du für Gaben?

Er sprach: Nichts wünsch' ich als zu wünschen nichts zu haben.

Und noch einmal befragt: Was also wünschest du?

Sprach er: Mein einz'gcr Wunsch ist meiner Wünsche Ruh.

22 .

In diesem Arme, wo ein Sterbendes mir lag,

Wieg' ich mit Lust ein Ncugeborncs manchen Tag.

Doch kann ich keinen Blick auf das Geborne senken,Ohn' ans Gestorbene, das vor ihm war, zu denken.

O Herz, nie mehr von Weh wird deine Wonne frei,Wenn du beim Leben nur fühlst, daß es sterblich sei.

23 .

Froh bin ich, durch zu sein durch das Gedräng' im Leben,Und möchte nicht hinein mich noch einmal begeben.

Noch minder m'öcht' ich, nicht darin gewesen sein,

Noch einen hindern, der auch einmal will hinein.

Geh nur hinein, mein Sohn, hilf durch dir, wie du kannst;Und wenn dn kommst heraus, laß sehn, was dn gewannst.

24 .

Das Land der Kindheit ließ ich hinter'm Rücken liegen,Und Vorwerts wie der Schritt begann der Blick zn fliegen.

Ich hatte Muth nnd Trieb allein, bergan zn gehn.

Und keine Lust noch Zeit, einmal zurück zu sehn.