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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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17 .

Versäume kein Gebet, doch das der MorgenröthcVersäume nie, weil keins dir gleichen Segen böte.

Die Engel von der Nacht, die Engel von dem TagUmschweben dis Gebet mit gleichem Flügelschlag.

18 .

Ln kannst in deinem Hans, dem nächsten Tempel, beten.Und brauchst zum fernsten nicht die Wandrung anzntreten.

Doch zeugt dein Tempelgang, noch mehr die Pilgerschaft,Daß deiner Andacht Drang ist von besondrer Kraft.

19 .

Wer sagt: Ich bin Gott nah! der ist ihm fern geblieben:Wer sagt: Ich bin Gott fern! der ist ihm nah durch Lieben.

20 .

Nicht gnng ist's, selber nicht zu hassen noch zu neiden:

Du mußt den Neid, den Haß von Andern auch vermeiden.

Des Hasses Blick ist Frost, des Neides Blick ist Glut;

O Liebespflanze, dir ist Glut und Frost nicht gut.

Gott geb' ein Plätzchen dir, wo rein du könntest sprossen,Bon Liebesstral besonnt, von Frenndschaftsthau begossen;

Wo dich kein Blick erreicht, wo dich kein Hauch berührt,

Von dem nicht Geist geweckt und Andacht wird geschürt.

39 *