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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
530
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Ein Schlängchen schlängelte durch Gras und Gries herbei;Ich hob den Fuß, es floh, alsob ich giftig sei.

O Mensch, Herr der Natur und Schreck, Tyrann unhuldigUnschuld'gcr Kreatur, du selber nicht unschuldig!

8 .

Ein heiteres Gcmnth ist gleich in jeder Lage,

Doch lieblich wechselnd, wie der See am schönen Tage;

Der amethysten scheint, smaragden und saffieren,

In Farben spielend, die in Farben sich verlieren.

Wie ihn die Sonn' anregt, wie ihn ein Hauch bewegt,

Ist er mit anderen Juwelen überlegt.

Nach der Verschiedenheit vom Ufer und vom GrundThnt dir sein flüssiges Gestein sich anders kund.

Und jedes Wellchcn, das der Flut von EdelsteinenEntsteigt, läßt ans der Stirn ein Demantflämmchen scheinen.

Doch wo des Ruders Schlag den Spiegel bricht, erfreutDich eine Demantsaat, verschwendrisch ansgestreut.

!».

Ich stand ans einem Berg und sah die Sonn' aufgehn,Der Berg schien insclgleich in einem Meer zu stehn.

Denn Morgennebel war durch jedes Thal ergossen,Und alle Seen umher in Einen See zerflossen.

Was wahres Wasser sei, was bloßer Wasserdnnst,

Zn unterscheiden klar vermochte keine Kunst.

Doch als die Sonne stieg, ward es von selber klar,Was nur ein Wasserschein, was wirklich Wasser war.