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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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32 .

Gott gebe dir an dir ein stilles Wohlgefallen,

Ein innig freudiges in seiner Gnade Wallen.

Ein heiliges Gefühl, daß du ihnr angchöreslMd seine Ordnungen die ewigen nicht störest.

Ein hebendes Gefühl, daß du auf rechten WegenMt rechten Kräften strebst dem rechten Ziel entgegen.

Nicht Selbstgefälligkeit, sich Andern überhcbend,

Nicht Ungeselligkeit, in enger Dumpfheit strebend.

Tech Selbstgenügsamkeit in deiner eignen Weise,

»ist Teelcnfügsamkeit in deinem Schicksalskrcise.

Und Selbstzufriedenheit, mit aller Welt in Frieden,Weltabgeschiedenheit, von Gott nur Ungeschicken.

33 .

Du hast, vom Glück belehnt, ein schönes Fleckchen Erde;Genieß es recht, daß dir's ein Stückchen Himmel werde.

Ich wünsche dir nicht ganz ein sorgenfreies Loos,

Nur gegen den Genuß die Sorge nicht zu groß.

Ei» wenig Salz ist gut, auch Pfeffer, am Gericht,

Nur übersalzen sei's und überpfcffert nicht.

34 .

Das sagt dir dein Gefühl, daß du kannst sündigen ;Warum du's kannst, wer kann dir das verkündigen?

Die Weisen sagen dir: du kannsts, um frei zu sein.Doch warum räumte Gott dir diese Freiheit ein?