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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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64 .

Du wärest gerne reich, umhäuft von Ueberflnß,

Und gern auch arm zugleich, zufrieden im Genuß.

Du wärest gern berühmt, von aller Welt genannt,Und gern auch ungestört, von Niemand gar gekannt.

Du hättest gern zugleich den Himmel und die Erde;Ich fürchte, daß dir so von beiden keines werde.

66 .

Solang' du jung bist, mag es dir vielleicht behagen,

Um eines Hauptes Läng' ob Andern anfznragcn.

Doch wenn du älter wirst, dein Auge blöd' und schwach.Erscheint der Vorzug dir vielleicht als Ungemach.

Denn nicht den Sternen wirst du darum näher gehn,

Doch minder deutlich wol am Weg die Gräser sehn.

Dann um so tiefer wird dein Haupt sich auf die BrustAbsenken, um zu sehn der Erde grüne Lust;

Wie jeder Greis es senkt, uni noch einmal zu grüßenDie Blumen, die nun bald das Grab ihm hüten müßen.

66 .

kaß uns besonnen sein! Wir waren unbesonnen.

Darüber ist die Frist des Lebens fast verronnen.

Bedenken wir es recht! Wir sannen Eitlem nach.

Das gab dem kranken Sinn kein Heil, das ihm gebrach.

kaß uns bescheiden sein! Wir waren unbescheiden.

Und wollten neben uns nicht gleichen Anspruch leiden.

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