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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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484
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Bedenken wir es recht, bescheiden nns damit,

Daß selber neben sich manch Besserer uns litt.

Laß uns zufrieden sein! Wir waren unzufrieden,

Daß uns nicht mehr, als wir verdienten, war beschieden.

Bedenken wir es recht! Man räumt noch mehr uns ein,Als uns gebührt, und gnug, zufrieden auch zu sein.

« 7 .

Die besten Fechter sind im Kampf gefallen immer,

So wie ertrunken meist im Strom die besten Schwimmer.

Warum? Weil in den Strom sich nur ein Schwimmer wagt,Und nur ein Fechter nicht vorm Spiel der Waffen zagt.

So reizend ist Gefahr, daß, wer nur halb sic kennt,

Sich gleich in sie verliebt und zu mit Lust ihr rennt;

Wer aber nicht sic kennt und nie sie hat versucht,

Sich scheuet und sich ihr entzieht mit feiger Flucht;

Und nur die Weisesten die rechte Mitt' erzielen,

Weder Gefahr zu schenn, noch mit Gefahr zu spielen.

68 .

Wol lebt des Mannes Geist im großen Allgemeinen,Doch leben will auch sein Gemülh im eignen Kleinen.

Wol will er für die Welt des Schon' und Guten warte»,Doch es auch blühen sehn in seinem Hans und Garten.

69 .

Von allem, was ein Mann an Gut der Welt gewann,Hat er nur soviel selbst, als er genießen kann.