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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Die höchsten Spitzen sieht Non Hoffnung er gcröthet,

Und hört von Lerchenlied den Sieg des Lichts geflötet.

Doch immer will sic selbst noch kommen nicht empor,

Und seiner Sehnsucht schiebt sich eine Wolke vor.

Da faßt ihn Ungeduld: wie lange will sie säumen?

Der Sonn' entgegen geht er Vorwerts in den Räumen,

Er geht den Berg hinab, er stand am Bcrgabhange,

Entgegen berghinab geht er dem Sonnanfgangc.

Und immer schwächer wird um ihn der Morgcnschein,

Wie tiefer in die Nacht des Thals er geht hinein.

Und aus der Schlucht, wo ihm der letzte Schein verglimmt,Sieht er zurück, wie rings in Glanz die Schöpfung schwimmt;

Und sieht denselben Platz, von dem er ansgegangen,

Vom hellsten Sonnenstral, den er ersehnt, umfangen.

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Wer in den Spiegel sieht und sieht sich schön darin,

Der spreche: Mache Gott mich gut, wie schön ich bin.

Und wer den Spiegel sieht und sieht darin sich häßlich,

Der denke, Güte sei ihm doppelt unerläßlich.

Die höchste Schönheit ist, die aus der Güt' entstand,

In der der Gegensatz von Gut' und Schönem schwand.

Der Baum ist's, der zugleich die Frucht trägt und die Blüte,Wo Schönheit auch die Frucht, und schon die Blüt' ist Güte,

Das Gute hoffe nicht des Schönen zu entbehren;

Nur schön geschliffen kann der Spiegel Licht gewähren.

Des Guten hoffe nicht das Schöne zu entbehren;

Aus reinem Grund nur kann sich rein der Spiegel klären.