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23 .
Gott leitet, wen er will, und lasset irre gehn,
Und selbst für seinen Weg muß jeder Rede stehn.
Was also bleibt dir, als um Leitung ihn zu bitten:
Herr, überlaß mich nicht den eignen irren Tritten!
Ja wohl! mein Rath allein kann irre gehn, nicht deiner;Drum soll dein Rath allein an mir ergehn, nicht meiner.
24 .
Seht, wann die Sonn' aufsteht, bis wann sie nntergeht,Wie sich von Berg und Baum umher der Schatten dreht.
Weil ihre Starrheit nicht will Niederfall gestatten,
Anbetend werfen sie zur Erde doch den Schatten.
Wenn nicht wie Berg und Banm ihr starr seid, werfet nieder,Wie ihren Schatten sie, anbetend, eure Glieder!
23 .
Gott theilet, wie er will, die Güter aus hienieden;
Fragst du, warum er dem hat mehr als den: beschicken?
Wenn du nur wenig hast, ein Andrer hat noch minder;
Du bist bei weitem nicht das ärmste seiner Kinder.
Doch seiner Kinder auch das ärmste fühlt sich reich,
Das Gottes Kind ist, dis Gefühl macht alles gleich.
Du möchtest theilen mit den Reichen wol auf ErdenDie Fülle, nicht auch mit den Armen die Beschwerden?
Wenn alles aber gleich getheilet allen würde,
Leicht käm' aus dich von Gut noch minder, mehr noch Bürde.