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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Sonst da mich jeder schalt, und keiner fast mich lobte,

Ich dachte Wunder welch ein Unglück ich erprobte.

Nun jeder fast mich lobt, und keiner mehr mich schilt;

Nicht wenig kostet mich, was mir so wenig gilt.

Denn wenn ich durfte sonst doch, die mich schalten, schelten,So muß ich jetzo, die mich loben, lassen gelten.

112 .

Die Pflanze hat das Jahr znm Leben das sie lebt,

Wo sie der Frühling weckt, der Winter sie begräbt.

Ihr Sprossen und ihr Blühn, Vergehn und NeuentstammenFällt mit des Jahres Kreis unwandelbar zusammen.

jung ist sie, wenn die Welt ist jung, und alt, wenn alt,

Des Großen kleines Bild in wandelnder Gestalt.

Des Menschen Leben ist nicht solch ein Kreis geschlossen,

Mit dem Natnrumlauf zusammen so geflossen.

Es lenzet, sommert zwar, es herbstet, wintert auch,

Nicht aber mit dein Jahr, nicht mit der Lüfte Hauch.

Es setzt sich davon unabhängig seine Grenzen,

Vermag, ob wintern mag die Schöpfung, noch zu lenzen.

Und legt es einmal sich zum Winterschlnmmcr nieder,

Zo weckt kein Frühlingshauch ans dieser Welt es wieder.

113 .

Manch falsches Wissen auch sollt ihr bei mir nicht missen;Warum? damit ihr seht: es kommt nicht an auf's Wissen.