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Wer noch nichts glaubt, ist leicht zum Glauben zu bekehreinWie die Gefäße leicht ;n füllen sind, die leeren.
Doch dem, der etwas glaubt, fällt andres glauben schwer",Gibt er es einmal ans, so glaubt er gar nichts mehr.
102 .
Dein höchstes Leben sei, zu leben gottbewnßt;
Darin ist zweierlei: gottwissend, gottgewnßt:
Daß du dich wissest stets von Gott gewußt, gekannt,Gemahnt, gestraft, geprüft, geliebt und Kind genannt.
103 .
Die Liebe, wie ein Kind, liebt art'ge Plauderei,
Doch eine weiß ich oon der Kindernnart frei,
Zuneigung herzliche, die sich dir nicht zu zeigenBraucht, um erkannt zu sein, weil du verstehst ihr Schweigen.
104 .
Die Selbsthochachtnng wird zur Selbstvcrachtnng treiben,
Wie endlich Asche wird vom Feuer übrig bleiben.
Ein Göttliches, o Mensch, mußt du in dir erkennen,
Doch mußt dn's nicht dein Selbst, du selbst mnßtsein dich nennen
10S.
Ich wünsche, daß dein Glück sich jeden Tag erneue,Daß eine gute That dich jede Stund' erfreue!
Und wenn nicht eine That, sodoch ein gutes Wort,Das selbst unsterblich wirkt zu guten Thaten fort.