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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
379
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Doch ihm zum Glücke gchu die Stern' auf in der Nacht,Und zu am Morgen, wann der Blumen Aug' erwacht.

Mir ist es nicht wie ihm geworden ganz so gut,

Da wol mein Doppelkram einander Eintrag thut:

Poetische Blumcnles' und hohes Speknliren,

Bon einem muß ich mich zum andern hin verlieren.

Das eine würd' ich denn verlieren überm andern,

Wenn ich von diesem weit zu jenem müßte wandern.

Die Auskunft traf ich drum, hier beides zu vereinen,

Wo Stern' und Blumen durch einander blühn im Kleinen.

99 .

Was Menschen Vorsicht heißt, ist schlecht von Menschen denken;Nie woll', o Vorsicht, mir die schlechte Vorsicht schenken!

Die Vorsicht blickt herab, du schau zu ihr empor!

Vorsichtig ohne sie, bist du ein blöder Thor.

100 .

Singvögel sind es nicht, die lernen Wörter sprechen,Es sind die schreienden, die Rede radebrechen,

Der Papagei, dem man vorhängt die Spicgelwand,Die Elster, wenn man ihr gelös't der Zunge Band.

Doch die mit freier Kunst dichten die freien StrofenIm dichten freien Wald, sind nicht Schnlfilosofen.

101 .

Du glaubst, was ich nicht glaub', und glaubst nicht, was ich glaubeErlaub' mein Glauben mir, wie ich dir deins erlaube.