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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Ganz sinnlich scheint das Kind, und ist schon geistig ganz,Und die Entwicklung streift nur Hüllen ab vom Glanz.

96 ,

Unglücklich ist nicht, wer der Erde Glück verlor,Und Himmlisches dafür im Glauben sich erkor,

Unglücklich auch nicht, wer zufrieden sich bchagtAn dieser Welt und nicht nach einer andern fragt.

Unglücklich ist nur, wer die Lust sich sieht geraubtAm Irdischen und nicht an Ueberird'sches glaubt.

97 ,

Wer immer ans der Hut, sich zu vertheidigen,

Nicht reizen darf den Feind und nicht beleidigen,

Der hat wol schlimmen Stand und üblen Feldwachposten,Wobei er wenig Ruh und süßen Schlaf wird kosten.

Er möchte wünschen, wenn er dürfte, kurze DauerDer Kampfentscheidung statt der langgespanntcn Lauer,

So ist des Menschen Stand genüber dem Geschick,

Vor dein er sicher ist nicht einen Augenblick,

Angreifer: darf er nicht und nicht zurück sich ziehn,

Nur stets gewärtig sein, daß an der Feind greis' ihn,

98 ,

Botaniker zugleich wer ist und Astronom,

Betrachtet wcchsclwcis Erdflnr und Himmelsdom,

Und eines würd' er oft beim andern gar versäumen,Blühte zu gleicher Zeit sein Flor in beiden Räumen,