325
ff
83.
Die Locken, die du jung dir von der Stirn mußt streichen,Zm Alter sichest du von selbst zurück sie weichen.
Der Sitz des Denkens dort, verhangen sonst vom Schleier,Die Stirne zeiget nun sich offener und freier.
Der Wald gelichtet, der die Aussicht einst verschüttet:
Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
84.
Dein Kinde magst du schwer den Mond am Himmel zeigen,Es ist als könne nicht sein Blick die Höh' ersteigen.
Den Vater selber, der herab vom Fenster schaut,
Entdeckt es nicht, wiewol cs kennt der Stimme Laut.
Dom Anfang ist der Blick der Erde zugekchrtnlnd wird nur nach und nach emporznschann gelehrt.
8ö.
Wer lehrt der jungen Schwalb' im Nest die Fliege kennen,kiach deren Raub sie soll beschwingt die Luft dnrchrenncn?
Die Mutter bringt dem Kind die Beute, die sic haschte,
Und es sieht nicht, was cs vom Mnttcrschnabel naschte.
»Die Schwalbe kann nicht so zum Futter ihre Brut^lnsiihren, wie die Henn' im Hiihncrhofe thnt.
Tie muß dem Trieb vertrau» und lasset ihn gewähren,Der einst ihr fliickes Äind wird treiben sich zu nähren.