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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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81 . >--

Die Lust der Welt ist durch das Christenthum verdorben;Wir alle sind am Kreuz, an dem Er hieng, gestorben.

Und soll die Lust der Welt nie wieder sich gebären?

Ja, der sie überwand, der wird sie auch verklären.

Neu wird die Rose bliihn am Ziel der Dornenbahn.Erfüllt das Christenthum! so ist es äbgethan.

Einsetzen werden dann das Fleisch in seine RechteDes Geistes Freie, nicht, wie jetzt, der Sünde Knechte.

82 .

Der schöpferische Geist fühlt sich nicht in der WeltBefriedigt, wo er nicht sich schöpferisch verhält.

Arbeiten muß er drum entweder alle Frist,

Weil Arbeit eine Art von Schöpfung immer ist;

Wo nicht, so träumen wird er, denken oder dichten,Schöpfungen ans sich selbst verrufen und vernichten.

Doch nur ein Zeitvertreib ist dieses und ein Spiel,

Ein Wirken höhrer Art ist sein gestecktes Ziel,

Wo nicht die Wirklichkeit einengend mich umringt,Geschafsenheitsgcfühl die Schöpferkraft bedingt.

Willst du der Schöpfer sein? Nein, aber dem VereinDer Schöpfungsgcister mitbeseligt mich anreibn.

Wo ist der Weg dazu? In Demuth hin zu wallen,Bis ans der Prüfung dich ruft Gottes Wohlgefallen.

Im Kleinen wirke recht und bilde treu das Schöne,Damit an Höheres sich sanft der Trieb gewöhne.