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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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79 .

In seiner Klause saß der Klausner und vergaßDas Irdische, dieweil er Himmlisches ermaß.

Da gieng ein schönes Weib vorm offnen Eingang hin,Ans ihrem Auge schlug ein Blitz in seinen Sinn.

Er suhlte von dem Schlag des Funken sich durchzuckt.

Und schon hat er den Fuß zur Schwell' hinaus geruckt.

Doch ans dem halben Weg zur Welt ist er zum GlückVom Geist znriickgemahnt, und zieht den Fuß zurück.

Er will ihn ziehn, und kann ihn nicht zurückzichn wieder,Und ans der Schwelle selbst laßt sich der Klausner nieder.

Es sitzt der Oberleib zur Klans' hinein gelehnt.

Doch ans der Schwelle bleibt der Fuß heraus gedehnt.

Seit Jahren muß der Fuß heraus zur Schwelle hangen,Und alle sahn ihn so, die dort vorbeigegangcn.

Halt deinen Fuß zurück von Weltlust, laß nicht ihnVoreilen, weil's so schwer ist ihn znriickznziehn.

80 .

Daß mit Unthätigkeit ist Ucberdruß verbunden,

Und nur in Thätigkeit die Ruhe wird empfunden;

Dis, was ein Grämlicher hält für der Menschheit Fluch,Erklärt ein Heiterer für weisen Götlerspruch.

Wenn jener sagt: es ist der alten Sünd' Ercrbnis,

Daß unbefriedigt sich der Mensch fühlt in Verderbnis;

Sagt dieser ihm darauf: es ist des Himmels Fügung,

Daß ihm zum Wohl der Welt nur Arbeit gibt Vergnügung.