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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
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81 .

Zur Arbeit ist der Mensch so von Natur bestimmt,

Daß er selbst Arbeit znm Vergnügen unternimmt.

Was kann am Spiele dich, was an der Jagd dich reizen?Nach Groschen wirst dn nicht nnd nicht nach Hasen geizen.

Du nähmest sie nicht an, wer sie dir schenken wollte:

Es ist der Arbeit Schein, der dich betrügen sollte.

Denn deine Kraft mnß sich stets ans ein Aeußres lenken,Und nie bcruhigt's dich, in Ruh' dich zu versenken.

Ja selbst die Ruh', die du entathmet schöpfst im Nn,

Spornt dich der Thätigkeit mit neuem Athein zu.

Und willst dn ans dir selbst nur ansrnhn augenblicklich,Gleich wirst dn selbst dich abarbeiten unerquicklich.

Wie eine Mühle sich zermalmet nnd zerrüttet,

Wenn man dem leeren Gang nicht neues Korn anfschüttet.

82 .

Dis Wort hat der Profet gesagt den Muselmanen;

Laß dir gesagt es sein, o Schüler des Brahmanen:

Nicht jeder log, wer dir die Wahrheit vorenthielt;

Er hat vielleicht dadurch dein wahres Wohl bezielt.

Entzweiter Freunde Zwist hat er dadurch geschlichtet,

Daß er nicht jedem gleich, was jeder sprach, berichtet;

Wenn er, einander sie zu machen wohlgeneigt,

Die gute Rede sagt, das böse Wort verschweigt.

Er will das Herz mit Fleiß dir machen kühl, nicht heiß ;Gott sagt dir auch znm Glück nicht alles, was er weiß.