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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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3 !».

Wie, wer aus Finsternis ans einmal tritt ins Licht,Geblendet ist und sieht vor lauter Sehen nicht;

Und wie hinwiederum wer ans dem vollen StralDes Tages Plötzlich tritt in völlig dunkeln Saal:

Das Auge starrt, bis es dem Wechsel sich gewöhnt,

Und mit der innern Welt die änßrc sich versöhnt!

Bis dort das Auge lernt im Glanze sich zu weiden,

Und hier die Gegenständ' in: Dunkel unterscheiden:

So kann ein Mcnschenhcrz viel Glück und Unglück fassen,Doch ist's am glücklichsten in seiner Ruh gelassen

Von Glanz geblendet nicht, noch auch von Nacht umhüllt,Von sanftgedämpftem Licht Ang' und Geinüth erfüllt.

60 .

Die Winde wechseln wol nach jedem Himmelstrich,

Doch einer ist der bleibt und ist der Wind an sich:

Der Ostwind, der sogleich die heil'gcn Flügel regt.Sobald das Ungestüm der andern sich gelegt;

Der Ostwind, der allein, wenn andre aufgcstörtVom Zufall sind, dem Gang der Sonne selbst gehört;

Dem Gang des Sonnenlichts, das sich entgcgenbreitctDer Erd' in jedem Nn, wie sie gen Osten schreitet.

Wol fühlest dn von ihm den Kuß an Stirn und Wange,Wenn windstill ist die Luft, bei jedem Sonnaufgange.

Den beil'gen Frühhanch laß, eh' einer von den vielenTagwinden sich erhebt, dich ahnungsvoll umspielen.