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Die Weltbetrachtungsart und Ucberzengnngswcise,
Die sich gebildet hat ein Volk in seinem Kreise.
Erschüttert muß sie sein und innerlich gestört.
Sobald ein Volk allein nicht mehr sich angchört;
Sobald cs auch mir hört von fremden Sitten sagenUnd Meinungen, die nicht mit seinen sich vertragen:
Zuerst erwehrt cs sich andringender GefahrenDadurch, daß es mit Stolz die Fremden nennt Barbaren.
Doch halten kann nicht lang des stolzen Wahns Umschildnng,Und die Einbildung schmilzt mit fortgcschrittncr Bildung.
Dann droht ein andrer Wahn mit näherer Gefahr:
Daß in der Mcnschenwclt nichts sei unwandelbar.
Das eine gelte hier, das andre gelte dort,
Und an sich Geltendes sei drum an keinem Ort.
Kein an sich Geltendes des Guten, Schönen, Rechten;
Das ist der Kampf, den nun die Bildung durch muß fechten.
Ihn helfe fechten, wer zuerst ihn angeregt,
WcltweiSheit, die die Welt vor Angen uns gelegt:
Sic zeig' uns, daß die Form des Guten mancherlei,
Doch stets an einem Ort nur eins das Rechte sei.
Der Bildung Gipfel sei, an Fremden anerkennenDas Fremde, doch sich selbst nicht von sich selber trennen.
88.
Dein Amt, Gebildeter, und deine Anfgab' ist,
Anssprechen was du fühlst, darstcllcn was du bist.