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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Der Armen Anblick ist ein stummer Vorwurf dir,

O Reicher, frage dich: Wer gab den Vorzug mir?

Der dir den Vorzug hat gegeben vor den Armen,

Gab er nicht auch für sie dir in die Seel' Erbarmen?

Und sind sie dankbarer für ihre Blöße gar,

Als du für deine Pracht, wie bist du undankbar!

Und wenn an freudigem Bertrann sie dich beschämen,

So braucht zur Strafe dir Gott nicht den Schatz zu nehmen.

Er lasse dir den Schatz, damit du wie die Schlange,

Die schatzehütcnde, dich kümmerst zag und bange,

Daß es die Armuth seh' und nicht solch Glück verlange.

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Wenn einer hat genug, soll er nach mehr nicht streben;Allein das Schwere ist genug zu haben eben.

Nie hat genug ein Mann an dem, was er gewann.

So lang er denkt, daß er noch mehr gewinnen kann.

Kaum die Betrachtung hemmt sein thörichtcs Beginnen,Daß, wer viel hat, mehr kann verlieren als gewinnen.

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Ein schlimmer Tischfreund ist Begierde, die nicht sattBon Kleinem wird und nicht genug am Größten hat,

Ihr Schlund verschlingt, was sie vom Mund dir weggerissen.Und schmecken läßt sie dir in Ruhe keinen Bissen,