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Zwei von ungleichem Stamm, sind wir an gleicher StateDesselben Haushalts nur verschiedues Hausgcräthe.
Du ein Gefäß der Glut, ich ein Gefäß der Huld,
Ist unser Schicksal doch weder Verdienst noch Schuld.
36 .
Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
Es thnt's nur sich zur Lust, es thnt'ö nicht ihm zu Leide.
Dasür hat Roscndorn dem Lämmchen abgczwacktEin Flöckchen Wolle nur, es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte bann ihr Nest.
Sie sprach : Thn' auf die Hand und gib das Flöckchen mir,Und ist mein Nest gebaut, sing' ich znm Danke dir.
Er gab, sie nahm und baut', und als sie nun gesungen,
Da ist am Roscndorn vor Lust die Ros' entsprungen.
37 .
Ein rechter Lehrer ist, wer pilgernd alle StätcnVon Gangas Qnelleumund hat bis ans Meer betreten;
An jedem heil'gen Strom, der in die Ganga mündet,
Hat im Gebet gekniet und sich im Bad entsiindet;
Und dann zur Einsamkeit den Duft znrückgebrachtVon Gottes Gnadcnfüll' und seiner Schöpfung Pracht;
Und in der Einsamkeit das Helle Bild entfaltet
Von Gottes Herrlichkeit, die durch die Schöpfung waltet.
Ans seines Mundes Wort mag wohl ein Schüler lauschen.Vereinigt hört' er dort die heil'gen Ströme rauschen.Rückert, Lchrqettcht. - g