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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Sie hatten einen Brauch, mit abgelegten ZeichenDes Standes nnter'm Volk vermummt umherzuschlcichen,

Um zu erfahren, was sie sonst nicht leicht erfuhren,

Was man von ihnen denk' in Hütten und ans Fluren.

Doch hielten sie dabei streng ein Gesetz, den LeutenNie das Verborgene verborgen anzndeuten.

Noch minter, in des Zorns und Ungestüms Entwallen,Der Roll', in der sie ausgetreten, zu entfallen;

Still, was Ersprießliches sie hörten, zu ermessen,

Und was Verdrießliches, als Fürsten zu vergessen.

3 .

Mein Prinz! die Schmeichler sind gefährlicher als Raben,Die Pflegen Todten nur die Augen auszugraben,

Indes; der Schmeichler sie dem Lebenden entwendetUnd den scharfsichtigsten mit falschen Künsten blendet.

Wer in der Jugend so hat das Gesicht verloren,

Erlangt's nie mehr, und bleibt als sei er blind geboren.

4 .

Wenn du die Deinen führst, bist du ihr Fürst zu nennen;Führst du zum Guten an, wer wird zum Schlechten rennen

Selbstherrscher ist, wer sich beherrscht, sein eigner Obrer,Und wer sich Herzen hat erobert, ein Erobrer.

8 .

Die leichtste Kunst für dich ist, Fürst, geliebt zu werden;Nur liebreich brauchst du dich, nur menschlich zu gcberden.