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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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39 .

Wer ist beglückt? wer's wähnt. Wer unbcglückt? wer's glaubt.Vom Glauben wird die Welt geschenkt dir und geraubt.

Wenn er den Starken lähmt, und wenn er stärkt den Schwachen,Wird er znm König den, znm Bettler jenen machen.

Die Erde dienet ihm und ist ihm unzulänglich;

Denn ihm allein ist nicht der Himmel unzugänglich.

Er tritt mit Zuversicht vor Gottes AngesichtUnd weiß gewiß, daß er bestehn wird im Gericht.

69.

Die Dinge, spielen sie mit dir, spielst du mit ihnen?

Zur Irrung gegenseits nur scheint ihr euch zu dienen.

In diesem Augenblick will dieses wahr dir scheinen.

Im andern Augenblick willst dn's als falsch verneinen.

Was ist von beiden nun? ist beides wol zugleich?

Ist nacheinander es, ein Werden wechselreich?

Allbcides ist in dir, von einem Nu getrennt.

Was ist nun das in dir, das so und so es nennt?

Das ist dein Wechselndes, das Wechsel bringt den Dingen;Wo ist ein Stehendes, um sic zum Stehn zu bringen?

Dis Stehende kann sein das Ewige allein,

Vor dem die Wahrheit steht und nicderfällt der Schein.

Zieh' alles Irdische vor dieses Gottgcricht!

Wahr ist, was mit ihm stimmt, und falsch, was widerspricht.