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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
57
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Ich fand für meine zwei soviclc Silbcrstückc,

Daß ich davon nach Hans bann könnte Weg nnd Brücke.

Doch Weg nnd Brücke war gebahnt schon nnd gebaut;Ich nahm mir wenig mit ;nm Schatz für meine Branr.

:!3.

Bezähme deinen Zorn nnd lasse dem die Rache,

Der besser als dn selbst kann führen deine Sache.

Der strenge König, der nie ein Vergehn vergeben,

Erhielt, weil eines er vergab, dadurch sein Leben.

Dn fragst, wie dieses war? ich will cs dir berichten.

Wie mir es kund gethan wahrhaftige Geschichten.

Der König ans der Jagd in kühnem UebcrmnthSchwelgt in der Thicre jetzt wie sonst i» Mcnschcnblut.

Ans einmal, wie er steht im stolzen Jägerchor,

Fliegt her ein Unglückspfeil nnd streift sein linkes Ohr.

Wie wird der rasche Grimm des Königs jetzt cnllodern.Und sein vergoßnes Blut wie blnt'ge Rache fodcrn!

Allein es ist alsob der Pfeil ihm Hab' in's OhrEin leises Wort gesagt, das seinen Grimm beschwor.

Ich hätte können dir, sagt' er, das Her; durchbohren,

Und streifte schonend mir das Läppchen an den Ohren.

Vom Boden nimmt er auf den Pfeil, von Blut befleckt,Den znm Gedächtnis er in seinen Busen steckt.

Wo ist der Schütze, der den Meisterschuß gethan,

Der eines Königs Her; gelenkt zur bessern Bahn?

Der fremde Jüngling ist's, der, wannen er gekommen.Nicht sagen wollte, da er ward in Dienst genommen.