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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Ich weiß nicht, wo sich wird die Wissenschaft verkriechen,Die Poesie doch wird unzweifelhaft verstechen.

Wo sich gcnüberstehn Unglanb' nnd Ucbcrglauben,

Will dir die Seele der, nnd der die Sinne ranben.

Die Sinne raubt er nicht, doch hat er sie verdumpft;

Die Seele ranbt er nicht, doch hat er sie versumpft.

In diesen: Siindenpfnhl, in diesen Jammcrfröstcn,

Kann für die Welt mich nur ein neuer Glaube trösten:

Der Glaube, daß der Geist, der mit der Sonne blickt,Von Zeit zu Zeit, wo Hilfe noth ist, Helfer schickt;

Und wenn das Unheil sich unheilbar Menschen zeigt,

In menschlicher Gestalt er selbst heruiederstcigt.

So mehr als einmal schon ist er herab gestiegen,

Und jetzo denkt er, wo er will geboren liegen.

30 ,

Laß nur den tollen Spuk der Zeit vorüber flirren;

Ergehen kann er dich, er kann dich nicht verwirren.

Doch wenn den: Schwindel trotzt dein Geist mit fester Stirne,Bedenke, daß es gibt auch schwächere Gehirne.

Den Wirbel mehre nicht, worin sic trunken drehn:

Zeig' ihnen ehr den Punkt, worauf man fest kann stehn.

31 ,

Ich gebe dir, mein Sohn, das mögest du mir danken,Gedanken selber nicht, nur Keime von Gedanken,

Nicht mehr zu denken sind Gedanken, schon gedacht;Von Blüten wird hervor kein Blütenbaum gebracht.