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12 .
Der du erschufst die Welt, ohn' ihrer zu bedürfen,Erschaffen hast dn sic nach deiner Lieb' Entwürfen.
Nach deiner Weisheit Plan, dem Zwecke deiner Macht :Und kein Nachdenken denkt, was du hast Vvrgcdacht,
Vorbringen kann kein Wort, was deins hervorgebracht.
Doch hast dn die Vernunft geschaffen, dich zu denken,
Den Geist, nach dir den Flug, Unsichtbarer, zu lenken,
Der Sehnsucht Ström', o Meer, in dich sich zu versenken:
Den wir am Anfang, den wir sehn am Ende stehn,
Bon dem wir kommen und zu dem wir alle gehn.
Woher ich kam, wohin ich gehe, weiß ich nicht,
Nur dis, von Gott zu Gott, ist meine Zuversicht.
13 .
Wenn Gott in dir nur ist, so ward in Höhn und GründenDer Schöpfung überall sein Wirken dir sich künden.
Dis ist, und dieses nur, die Hilfe der Natur:
Sie lehret dich nicht Gott, doch zeigt dir seine Spur.
Das wesentliche Licht muß in dir sein dein eigen.
Wenn sich sein Abglanz soll in tausend Spiegeln zeigen.
Der Schlüssel der Natur muß dir in Händen ruhn,
Um ihre ewigen Schatzkammern aufznthnn.
Wie aber ist nun Gott in dich hin ein gekommen?
Hast dn ihn auf- und an-? hat er dich eingenommen?
Dn hast ihn nicht erdacht, noch selbst hcrvorgebracht:Schlief er vielleicht in dir und wäre nur erwacht?