Druckschrift 
Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34 -

Hätt' ich den Vers, an dem du nichts hast, nicht gemacht,Hättz ich mich die, woran dn viel hast, nicht erdacht,

« 1 ,

Reich ist wol der Gehalt, allein die Form ist steif;

Weich war die grüne Saat, hier sind die Nehren reif,

Drei Säle schritt ich durch, gebaut im Haus der Zeit,

Für Zukunft, Gegenwart und für Vergangenheit,

Im Saal der Zukunft sah ich farbige TapetenMit Bildern, die heraus in« Leben wollten treten.

Im Saal der Gegenwart sab ich nach allen SeitenDie schon ins Leben cingetrctncn Bilder schreiten.

Im der Vergangenheit geweihten Saale mmSah ich zu Stein erstarrt die Lebensformen rnhn.

Ach sprach: Die Malerei malt uns der Zukunft Flor,

Und die Bildhauerei stellt das Vergangne vor.

Es ist wol Poesie, die zwischen beiden SfärcnUns die Gestalten soll der Gegenwart erklären.

Die cw'gc Gegenwart, was ist sic? die Natur:

Ein Schein Vergangenheit, ein Schein die Zukunft nur.

Von hier und dort der Schein schwebt um die Wirklichkeit,Und immer tauscht den Platz Zukunft-Vergangenheit,

Das Gegcnwärt'ge wird in Zukunft sein vergangen,

Und das Vergangne hat als Lünft'ges angcfangen.

Eh das Vergangne war, war es als Zukunft schon:

Und alles bleibt im Jetzt, wann Einst und Einst entfloh».