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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Wenn dir's gelnngen ist in Schlummer sie zn wiegen,

Vom Himmel darfst du dann zur Erde uiederflicgen.

Den Menschen magst du dort vom GötterhanShalt plaudern,Doch so daß sie's erfreut, nicht so daß sie erschaudern.

Und kehrst du heim, eh' hier erwacht der scl'gc Chor,

Trag' ans den Schwingen mit den Menschcngeist empor.

Doch Eines sag' ich dir, wenn es dir soll gelingen,

Ans deinen Schwingen ihn zum Himmel hcrzubringen:

Du mußt den Menschcngeist mit Gottgchcimnis kirren,

Doch ihn betäuben nicht, noch blenden und verwirren.

Laß ihm die Täuschung selbst als klare Wahrheit sehn,

Und was er nicht versteht, glaub' er doch zn verstehn.

Die Räthsel magst du ilim in Räthselu selber deuten,

Die nnenträthsclt auch sinnreich den Sinn erfreuten.

Sei wie der Himmel klar und tief in dunkle Ferne:Lichtsterue beut dem Schaun, der Ahnung Nebeistcrne!

Und wcnu's sein Ang' erträgt, sei ibm der Blick gewährt,Der Nebelsternc selbst in Lichtgcstirne klärt.

Doch wie Unendlichkeit dort das Erhabn' umzirkt,

Bon schöner Endlichkeit sei dein Gebiet nmwirkt.

Im Unermeßlichen wirst du das Maß verlieren;

Das Kleine sollst du klein mit Kunst, nicht kleinlich, zieren.

Vor allem, liebes Kind, willst du dich filosofischVernehmen lassen, sei's nur slrenggcreimr und slrofisch.

Sonst reißt der Ricsengcist dort der FilosofieIns Schrankenlose gleich dich, arme Poesie.

Meintwegen bnpfe selbst in Chori-Choliamben,

Nur flicb wie deinen Tod die ungereimten Jamben.