Druckschrift 
Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

31

Und wenn ein Gast besucht die leere Siedelei,

Ihr welken Kränze, sagt: So geht die Welt vorbei.

56 ,

Das Echo, das dn weckst, reizt dich, o Nachtigall,

Wie einen Dichter spornt des Beifalls Widerhall,

Was ist der Widerhall? Bist dn es nicht allein?

Gib dir den Beifall selbst, und laß den tauben Stein,

Was hilflos! Es wächst die Kraft des Worts und seine LusUWenn statt ans deiner du cs sprichst ans Aller Brust,

57 ,

Die Nos' und Lilie, die im Gedichte blüht,

Ist die nicht, die zu blühn auf unsrer Flur sich müht.

Auf unsrer Flur sich müht, und halb nur blüht vor SchamDie Lilie, und halb die Rose nur vor Gram,

Auf unsrer Flur sich müht, und halb nur blüht vor WehDie ird'schc Herrlichkeit, die Ros und Lilie,

Die Ros und Lilie, die halb nur blüht vor Weh,

Ist Blut mit Flut gemischt, gemengt mit Feuer Schnee.

Die Ros und Lilie, die im Gedichte blüht,

Ist reiner Glanz aus Gott und Duft ans dem Gcmüth,

58 ,

So sprach Saraswati, des Brahma hohes Weib^Als sic schuf Poesie zu Göttcrzeitvertreib:

Du sollst, geflügelt Kind, die Götter stets umschweben,Denn schwunglos ohne dich im Himmel war' ihr Leben,