Druckschrift 
Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

Unglücklich bist dn nicht, wie unbeglückt dn seist;

Das Schicksal nur beglückt, doch glücklich macht der Geist,

Denkst du, wie schön es war', ob du ein Gut gewannst:Denk' auch, noch schöner ist's, daß dn's entbehren kannst.

Ob auszntheilen dn nicht Schätze hast im Haus,

So theile, die dn hast, die goldnen Lieder aus.

Ich gebe, was ich Hab', und Hab', um nur zu geben;

Zn geben samml' ich ein, dis Sammeln ist mein Leben,

Den König wollt' ich sehn, der in FreigebigkeitMit mir wetteiferte! wer, Fürsten, wagt den Streit?

Dazu ans Ost und West erheb' ich Gcisteszehnten,

Zn lohnen königlich all meinen Kronbelehnten,

So ziebt die Sonne wol das Wasser auf mit StreckenUnd gibt's der Welt zurück in Rcgenbogenschalen,

38 ,

Wenn es dir übel geht, nimm es für gut nur immer;

Wenn du es übel nimmst, so geht es dir noch schlimmer.

Und wenn der Freund dich kränkt, vcrzeih's ihm, und verstehEs ist ihm selbst nicht Wohl, sonst tbät' er dir nicht weh.

Und kränkt die Liebe dich, sei dir's zur Lieb' ein Sporn;

Daß dn die Rose hast, das merkst dn erst am Dorn,

3 !>,

Das Glück des Mannes kann nicht etwas sein, v Sohn,Wo einer wenig hat und einer viel davon,