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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Die Sterne helfen dir, das Wasser und die Erde,

Daß unfremd Baum und Thier und auch der Mensch dir werde.

Befreundet wirst du leicht mit fremdester Natur,

Am längsten bleibt der Mensch dem Menschen fremde nnr.

Und erst der Himmel muß erklären und die ErdeDir deines Bruders ganz entfremdete Geberde,

33 ,

Dein Feind ist zweierlei, ein Feind der Böses thatAn dir, und einer der's von dir erlitten hat.

Mußt du um Hilf' in Noch den einen von den beidenAnrufen, sei's der that, nicht der es mußte leiden,

Denn jenem steht nun zu, daß gut er's wieder mache,Doch dieser sinnet nnr auf des Erlittncu Rache,

34 ,

Wer einen Fehltritt that, verzeih' ihm, lieber Mann!Bedenk', auch einen Fuß hast du, der straucheln kann,

Heil dem, der Dcmuth lernt nicht durch Demüthigungen,Der, ohne daß die Welt ihn zwang, sich hat bezwungen.

Den Niedern bläht Besitz, und Armuth macht ihn zahm,

Den Edeln macht sie stolz, und Rcichthnm dcmuthsam.

Ein schlechtes Schauspiel ist's, wenn hoch die Niedern steigen,Und ein erbärmliches, wenn sie znm Fall sich neigen.

Wer ohne sein Verdienst gestiegen ist, erhält

Durch's Steigen Achtung nicht, noch Mitleid, wenn er fällt.

Der oberste der Plätz' ist schwankender als alle,

Und jeder strebt hinauf, nur daß herab er falle.