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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Beglückt, wenn dir ein Hauch der Fantasie mit KnnstDie beiden Welten schmelzt in Eine rein von Dunst,

Das Unsichtbare siebst du klar im Sichtbarn nur,

Und nichts im Sichtbarn als des Unsichtbaren Spur,

Umringt von einer Welt verkörperter Gedanken,Empfindest schrankenlos dn dich in Körperschrankcn,

3t,

Der Strom, einmal getrübt, muß fließen eine Weile,

Eh ans der inner» Füll' er seinen Schaden heile.

Vom Sturm erschüttert, muß in Wolkendampf die LuftAnsgähren, bis sie sich verklärt in reinen Duft,

So muß ein menschliches Gemüth auch erst ansschwanken,

Wenn cs ein äußrer Stoß, ein innrer, macht' erkranken.

Leicht heilt die Wunde, die man deinem Leib geschlagen;

Die selbst dein Her; sich schlug, wird späte Narben tragen.

Doch wenn es grausam heißt, dem Freund die Wund' aufreißen;Sich selber es zu thun, kann auch nicht menschlich heißen.

Viel lieber lindes Ocl geuß, das du hast im Haus,

Ans deine Schmerzen und auf alle fremden ans.

32,

Kommst du in fremde Welt, so siehst du fremden Baum,Fremd Antlitz, fremd Gcthicr, dich schreckt der fremde Raum,

Doch sieh den Boden an, er ist vom selben Steine,

Und sich das Wasser auch, es ist vom selben Scheine,

Dann sich zum Himmel ans, cs sind dieselben Sterne;

Und so im fremden Raum dich heimisch finden lerne.