13
17 .
Du bist schon, weil ich bin; denn also fühl' ich mich,Daß ich durch mich nichts bin, und alles bin durch dich.
Der du zum lebenden Beweise dir mich schufest;
Dich zu beweisen, ist, wozu Ln mich berufest:
Dich zu beweisen durch mich selbst mir und der Welt,Die den Beweis von dir nicht kennt, den sie enthalt.
18 .
Als Knabe Hab' ich einst die Frucht am Baum gesehn,
Und sehe nun als Greis die Blutenknospen stehn.
Vom Menschen wird nur das, was er nicht hat, gesucht,
Der Blütentricb vom Greis, vom Kind die reife Frucht.
Warum nach reifer Frucht das Kind begierig greift?
Weil es die Blüt' ist, die der Frucht entgegen reift.
Warum das alte Her; an jungen Triebe» hängt?
Weil die getriebne Frucht zu neuen Trieben drängt.
Wo trägt die Gegenwart der Zukunft Blütenkroue?
Wo sich ein Bater sieht verjüngt in seinem Sohne.
Der Gärtner sei gelobt, der diesen Baum begießt,
Wo Frucht aus Blüt', und Blüt' aus Frucht unendlich sprießt.
19 .
Es ist ein heil'gcr Brauch, im reinen GartenraumBei deines Sohns Geburt zu Pflanzen einen Baum.
So äbnlich ist der Trieb des Menschen und der Pflanze,Und so verschieden auch, wie Blatt und Blatt am Kranze.