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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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364
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364 Kapitel XXXIX.

Zustande der Betrachtung ist. Ein solcher Mensch ist der LieblingGottes."

Das eine kleine Blmnenlese aus der Moralphilosophie des Meisters.

L. Die Politik. Noch, mit größerer Ausführlichkeit und Sorg-falt behandelt Albertus die politische Wissenschaft. Er hält sich auchhier größtenthcils an den großen griechischen Lehrmeister, dessen zehnBücher über Politik er commentirt. Doch weicht dieses Werk des Al-bertus von den übrigen bisher besprochenen in der Form dadurch ab,daß cs nicht mehr als Paraphrase des aristotelischen Textes erscheint,sondern als eigentlicher Kommentar. Voran steht immer der vollstän-dige Text des Aristoteles (bei Jammy in zwei Uebersetzungen, derrurtihrrrb und der des u,6oimrärm ^.retinus); daun folgt erst der Com-mentar, der Wort für Wort erklärt, die Beweisführung verfolgt nnddurch Beispiele das Gesagte anschaulich macht. Die eigene, abweichendeMeinung des Kommentators tritt nus selten entgegen. So theilt erfür den aristotelischen Satz, daß cs Sclaven von Natur gebe, nur dieBeweisführung des Aristoteles mit, ebenso die gegen die Gemeinschaftder Weiber und Güter. Nur in einigen Fällen ist er andrer Ansicht,als Aristoteles. So bei der Frage über die Ursachen der Revolutio-nen, der Veränderungen in der Staatsverfassung.

Er bemerkt hier: „Sokrates hat gesagt, eine von Anfang guteVerfassung kann nicht fallen. Aristoteles sagt aber, die Staaten dauernfort, bis ihre Zeit erfüllt ist, bis ein Grund, z. B. Verarmung eines Vor-nehmen, eintritt, dann versucht er den Umsturz. Aber er hat Etwasvergessen. Auch auf die Stellung der Sterne kommt es an nach Pto-lemäus. Ucbrigcns kann ein schlechter Staat gut werden, wie Hippo-krates, der die Anlage zu allem Schlechten gehabt, Alles überwundenhat, und wie der Perserkönig, der alles Schlechte abgewiesen hat durchdie Worte: blon lleost Z."

Bei der Stelle, wo Aristoteles die Bewachung (oristollm) derBuhlerinucn und Epheben befiehlt, sagt Albert: „Diese Weise wirdheute noch in den Staaten des Orientes beobachtet, die immer unreinwaren nnd schlechte Sodomiten und Ketzer gegen die Natur. Deßwe-gen sagt Albumasar vom Mohammed, dessen Anhänger jene Völkersind: Das Zeichen der Prophetie des Mohammed ist der Scorpion,welches nach den Astronomen Lüge bedeutet; denn Mohammed hat nurLüge und Schande gelehrt ^)."

1) kolitie. x. 345.

2) Ibiä. x. 383.