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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIX.

Albertus wird auch in der Geschichte der Zoologie von nun animmer eine ehrenvolle Stelle einnehmcn müssen Z.

0. Metaphysik. Wir wissen, daß Aristoteles als Krone undErgänzung der Physik die Untersuchungen über die erste Philosophiegeschrieben, die vom Scyn an sich, nicht von diesem und jenem Seien-den, handeln sollte, welche Untersuchungen später unter dem zufälligenNamen der Metaphysik zusammengefaßt wurden. Auch diese höchsteunter den natürlichen Wissenschaften, die am Meisten mit der Glaubens-Wissenschaft in Berührung kommt, bearbeitete Albertus mit größterAusführlichkeit und mit bewunderungswürdigem Scharfsinne in seinendreizehn Büchern der Metaphysik Z. Er legt auch hier das Werkdes Aristoteles zu Grunde, gibt dessen Paraphrase, benützt aber auchalle späteren Forschungen, ergänzt und berichtigt in Digresfionen dasihm mangelhaft Scheinende. Wir heben auch hier nur einige demAlbertus eigeuthümliche Anschauungen, Gedanken und Deduktionenheraus, indem wir wieder das System des Stagyriten und das allenScholastikern Gemeinsame als bekannt voraussetzen ^).

Ueber Namen und Aufgabe der Metaphysik sagt Albert: „DieseBücher sprechen von den göttlichen, unveränderlichen Dingen, aus diealles Andre sich stützt. Der Physiker setzt voraus, daß cs einen beweg-lichen Körper gebe, der Mathematiker ein zusammengesetztes Quantum.Das muß einfach durch Prinzipien bewiesen werden. Jene göttlicheWissenschaft hat darum die Objekte und Prinzipien aller Wissenschaf-ten festzustellen. Darum heißt sie Transphysika; denn sie begründetAlles durch Prinzipien, die das physische Seyn überschreiten. Sie heißtauch göttliche Wissenschaft, weil das Göttliche, das Erste und Beste,das allem Seyn Erfüllung Gebende, das Seyn betrachtet wird, wie esals erster Ausfluß Gottes erscheint und als Erstgeschaffenes, vor demNichts erschaffen ist. Sie ist die Vollendung der göttlichen Erkenntnißin uns Z."

1) Ueber alle naturwissenschaftlichen Verdienste des Albertus vgl. besonderskouelret, Irisloire ctes seieirees naturelles au mo^eir ä^e, oü Xlbert le 6ranä etsou exogue. karis. 1853. x. 278 — 296. Ebenso: LuUetius äs l'XeaäemisRoyale äe Uelgilzue v. Uoruranns t. XIX Xr. 1. Und dervasü Otia inrperialiavon Felix Liebrecht. Hannover 1856. Vorwort IX.

2) Bei Jammy Bd. VII.

3) Ueberdieß hat das metaphysische System des Albertus bereits Heinrich Rittersehr umfassend dargestellt. Geschichte der Philosophie Bd. VIII.

4) lVletaxlr. x. 4. Am Ausdrucke „Ausfluß" möge man sich nicht stoßen. DerGedanke ist nicht pantheistisch.