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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIX.

etwa zwei Stunden fielen sie herab, der Adler war ober dem Schwan,er hatte gesiegt und ihn zur Erde geworfen; da lief unser Diener hinund fing den Schwan, der Adler aber entfloh. — Ich habe beobachtet,daß dieser Vogel, der Schwan, bei jedem Schmerz singt, nicht bloßwenn einer aus seiner Genossenschaft stirbt ^)."

In der Schilderung der Klugheit der verschiedenen Thiere sagter; „Als ich ein junger Mann war, habe ich selbst mit den Falken dieBeobachtung gemacht: Wenn ich nämlich ans das Feld die Hunde mit-nahm, die man Vogelhunde heißt, weil sie die Vögel zu finden wissen,folgten mir Falken, oben in der Lust fliegend, und schlugen auf dieVögel, welche die Hunde aufschcuchten; diese Vögel, voll Furcht, ka-men dann zur Erde und ließen sich mit der Hand fangen; am Endegab ich jedem Falken einen Vogel, dann verließen sie mich

Von den Raben sagt er: „In einer Stadt Deutschlands, dieAugsburg heißt, gibt es sehr viele Raben. Dort finden sie nämlichviel Futter wegen der Menge der Gerber, die dort Thierfelle bear-beiten 3)."

„Die Ansammlung vieler Raben an einem Ort soll nach demSprichwort einen Todesfall andeutcn. So haben mir viele Glaub-würdige erzählt, daß einmal so viele Raben in einer Burg von Ober-schwaben, die Rothenburg (onstrum rnlllm) heißt, erschienen, daßMauern und Häuser bedeckt wurden; und sogleich starb der Gras, derHerr jener Burg. Darauf flogen die Raben fort und man sagte, dieRaben hätten seine Seele fortgenommen

Im achten Buch redet Albert von einem klugen, fnchsähnlichenThiere, das in Frankreich üssM heißt, bei den Deutschen aber M-

l)6Q2NIIN 5).

Bei der sehr ausführlichen Besprechung des Gencrativnsprozesses,wobei er die einschlägigen Untersuchungen schwer, aber nothwendignennt, führt er auch eigene Erlebnisse an. So sagt er: „Ich sah inKöln ein Mädchen, das im Alter von neun Jahren noch nicht die Größeeines einjährigen Kindes hatte <>)."

Am Ende dieser Abhandlung, die alle möglichen Erscheinungen

1) De animalidus p. 254-

2) Idiä. x. 260.

3) Idiä. x. 258.

4) Idiä. p. 261.

5) Idiä. p. 252.

6) Idiä. x. 460.