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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXXIX.

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Abermals berichtigt Albert den Aristoteles/ indem er sagt: „Ari-stoteles meint, es könnten nur zwei Regenbogen auf einmal erscheinen;ich aber sage, drei und noch mehrere Z."

Eine eigene Beobachtung theilt er mit in den Worten: „Ich sahselbst mit Vielen einen Bogen (arorm vel virnu) am Mittag im März,als die Sonne dem Kopse des Widders im Frühlingsäqninoktium nahte Z."

Bei der Betrachtung des Entstehens und des Vergehensder Dinge fuhrt Albert außer den von Aristoteles benannten Hin-dernissen der Verwesung noch an Balsam, Myrrhe, Aloe, Salz unddie anstrockncnde Sonne selbst; „diese alle hindern die Verwesung we-gen der schnellen Austrocknung der Feuchtigkeit; wegen der Hitze, diesie bei sich haben, ziehen sie schnell das überflüssige Feuchte ans unddas Feste ziehen sie zusammen."

In der langen Abhandlung über die Verdauung und Nah-rung sagt Albert: „Die, welche durch Handarbeit den Lebensunter-halt verdienen, haben eine ihren Kräften entsprechende Nahrung; dennsonst würde die Arbeit Ermüdung und Zerstörung des Menschen her-beisühren. Darum verzehrt und löst ihre Natur dieselbe auch nichtganz auf, sondern verwandelt vielfach nur die Nahrung und trägt sie anden Ort, wo an Wärme Uebcrflnß ist. Denn die Wärme dieses zehrtmehr von der Nahrung auf, als er sie verwandelt, wenn die Speisenicht durch ihre Schwere (Härte) Widerstand leistet. Für solche Leutealso passen harte und gebratene (assn) Speisen; denn Weicheswürde zn Schweiß verwandelt werden; die verdauende Wärme aberbringt in ihnen das Harte schnell dahin, wo viel Wärme ist; darumsind die Schmiede (lllbri) stärker an den Armen, weil mehr von derNahrung zu ihren Armen geführt wird, und von der Wärme werdenihnen die Nerven und Fleischthcile (enrnos) in jenen Gliedern verhär-tet, und aus dem gleichen Grunde werden die Beine der Gerber sogroß, und selbst auf ihre Kinder pflanzt sich das fort. Bei den Phi-losophircnden ist's Gegentheil der Fall; ihr Lebensgeist (sxiritns) gehtüber (cwäit) auf die geistige Kraft, und darum ist in ihnen die natür-liche Kraft weniger in Blüthe; denn ihre ganze Materie geht über inden Lebensgeist (uirirnnlis sxiritns), wenn sie also nicht leichte und ver-dünnte Speisen gebrauchen, bleibt die Feuchte der Speise faulend undunverdaut zurück ^)."

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1) Netsor. p. 136.

2) Ibiä. i>. 141.

3) 1614. p. 168.